Ablauf einer homöopathischen Behandlung
Die Erstanamnese (erstes Gespräch) ist der wichtigste
Teil der homöopathischen Behandlung. In dieser
Zeit wird der Patient in seiner Gesamtheit erfasst.
Viele Fragen werden Sie vielleicht erstaunen, aber auch
das Unwichtige kann von grösster Bedeutung sein.
Fragen in Bezug auf Beschwerden:
- Wann sind die Schmerzen am schlimmsten, morgens
oder abends?
Bei schlechtem Wetter oder nur in den Ferien?
aber auch:
- Was essen Sie am liebsten?
- Gibt es Speisen, von denen Sie Blähungen bekommen?
- Wo genau schwitzen Sie?
- Nach was riecht die Absonderung aus der Nase?
- Welches ist Ihre liebste Schlaflage?
- Was träumen Sie?
- Sind Sie ein Morgenmuffel?
- Spüren Sie den Mond?
Besonders wichtig sind die Gemütssymptome, z.B.
wie reagiert der Patient, wenn sich jemand beim Schlange
stehen vor ihn hin drängt? Reagiert er sofort und
weist den Eindringling weg? Ist er zu schüchtern
und traut sich nicht etwas zu sagen? Ist es ihm egal
und macht dem Drängler noch zusätzlich Platz?
Alle diese Fragen nehmen viel Zeit in Anspruch, deshalb dauert das erste Gespräch mindestens
eineinhalb Stunden.
Ausserdem ist die genaue Familienanamnese von grosser
Bedeutung. In ihr erkennt der Homöopath, welche
Schwachpunkte der Patient von seinen Vorfahren mit ins
Leben bekommen hat. Diese Nachforschungen bekommt der
Patient als "Hausaufgabe" vor dem ersten Gespräch.
Die Symptome werden dann sorgfältig bewertet
und nachgeschlagen, das sogenannte Repertorisieren.
Auch diese Arbeit nimmt zusätzlich Zeit in Anspruch.
Alle Gemüts- und Körpersymptome ergeben ein
Bild des Patienten, welches wiederum zu einem ähnlichen
Arzneimittel passt. Dieses Arzneimittel wird dem Patienten
nun helfen wieder ins Gleichgewicht zu kommen und seine
Eigenheilkräfte werden gestärkt.
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